Ordnung schaffen! - Wohnungs- und Haushaltsauflösung bei Betreuten
Überblick:
Wohnungs- oder Haushaltsauflösungen sind eine anstrengende und mit viel Arbeit verbundene Aufgabe. Für Betreuer*innen, die den Haushalt einer betreuten Person auflösen, kann die Auflösung zusätzlich dazu, zu einem rechtlichen Desaster werden. Dieser Artikel soll dir aus diesem Grund einen Überblick geben, wie du die Wohnungs- oder Haushaltsauflösung bestmöglich hinter dich bringst.
Was muss ich bei der Wohnungsauflösung beachten?
Als Betreuer*in kann es dazu kommen, dass du dich mit der Auflösung von Wohnungen und Haushalten von Betreuten auseinandersetzen musst. Das kann durchaus eine emotionale und logistische Herausforderung darstellen, insbesondere wenn der oder die Betreute in eine Pflegeeinrichtung umzieht. Hierbei gibt es einige rechtliche Herausforderungen, die es zu beachten gilt.
Vergewissere dich zunächst, dass du als Betreuer*in tatsächlich befugt bist, den Haushalt des oder der Betreuten aufzulösen. In der Regel ist dies der Fall, wenn dir vom Betreuungsgericht der Aufgabenkreis „Wohnungsangelegenheiten“ zugewiesen wurde. Es ist wichtig, dass du dir jedoch bewusst bist, dass eine Wohnungs- bzw. Haushaltsauflösung einen schwerwiegenden Eingriff in das Leben des oder der Betreuten darstellt. Aus diesem Grund ist hierfür unbedingt eine betreuungsgerichtliche Genehmigung notwendig. Diese muss zuvor von dir schriftlich beantragt werden.
Wenn du den Haushalt nun auflöst, solltest du auf einige Dinge ein Auge haben. Stelle sicher, dass du die Gegenstände des oder der Betreuten entsprechend behandelst. Achte darauf, dass wichtige Dokumente wie Rechnungen, Verträge, Testament und Urkunden, sowie Schmuck, Wertgegenstände und Bargeld sorgfältig aufbewahrt werden. Hierfür aber auch grundsätzlich solltest du eine detaillierte Inventarliste erstellen, um dich und die betreute Person vor Schäden und Verlusten zu schützen. Dazu ist es auch ratsam Fotos von der Wohnung bzw. des Haushalts zu machen.
Behandele zudem den Haushalt des oder der Betreuten in einer respektvollen Art und Weise, indem du beispielsweise Familienfotos und persönliche Gegenstände aufbewahrst oder an Familienmitglieder oder Freund*innen der betreuten Person weitergibst.
Wie sollte ich mit der Entsorgung von Besitztümern umgehen?
Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Auflösung des Haushalts ist die Entsorgung von Gegenständen, die nicht mehr benötigt werden. Dies ist natürlich eine Angelegenheit, die gut abgewogen werden sollte. Wenn möglich, solltest du hierbei die betreute Person sowie die Angehörigen mit einbeziehen.
Bei allen Dingen die entsorgt werden sollen, ist nun darauf zu achten, dass du die geltenden Vorschriften beachtest und Müll sachgerecht entsorgst. In einigen Fällen können bestimmte Gegenstände auch recycelt oder gespendet werden.
Sei dir jedoch auch bewusst, dass du nicht verpflichtet bist die Wohnung selbst auszuräumen und im Bedarfsfall zu renovieren. Hierfür können Umzugs-, Renovierungs- oder Entsorgungsunternehmen engagiert werden. Die Kosten trägt anschließend der oder die Betreute, bzw. wenn hier nicht genügend Mittel zu Verfügung stehen, kann ein Antrag auf Kostenübernahme beim Sozialamt gestellt werden.
Muss ich die Angehörigen der betreuten Person benachrichtigen?
Rein rechtlich ist die Antwort auf diese Frage, Nein. Es ist davon auszugehen, dass die allermeisten Betreuer*innen dies aus Rücksicht auf die Angehörigen jedoch tun. So haben die Angehörigen die Möglichkeit bei der Wohnungs- oder Haushaltsauflösung selbst anwesend zu sein oder unter Umständen noch persönliche Gegenstände aus der Wohnung zu holen.
Du solltest dir bewusst sein, dass die Auflösung des Haushalts des oder der Betreuten eine emotionale Angelegenheit sein kann. Das gilt nicht nur für die betreute Person, sondern auch für die Angehörigen. Es ist wichtig, dass du also Empathie zeigst und dich entsprechend rücksichtsvoll verhältst.
Checkliste für die Wohnungsauflösung
Um den Prozess der Wohnungsauflösung zu erleichtern, empfehlen wir die praktische Checkliste vom Betreuungsverein SKFM. Diese Checkliste enthält alle wichtigen Schritte, die bei der Auflösung eines Haushalts beachtet werden sollten. Du kannst die Checkliste auf der Website des SKFM finden und herunterladen. So stellst du sicher, dass du nichts übersiehst und den Prozess so reibungslos und respektvoll wie möglich gestaltest.
Fazit:
Wohnungs- und Haushaltsauflösungen von Betreuten sollten gut organisiert werden. Achte darauf, dass du zu deinem Schutz und zum Schutz der betreuten Person stets eine Inventarliste führst. Zudem solltest du aus Rücksichtnahme auch die Angehörigen einbeziehen, diese können unter Umständen auch eine Unterstützung sein. Sollten im Laufe der Auflösung Kosten entstehen, können diese im Fall einer Mittellosigkeit der betreuten Person, vom Sozialamt übernommen werden.
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