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Helfen als Herzensangelegenheit: Wie werde ich Berufsbetreuer*in?

Überblick:

Berufsbetreuerin ist zwar keine klassische Ausbildung und erfordert auch nicht zwangsläufig ein Studium – trotzdem haben sich die Voraussetzungen für den Job mit dem Jahr 2023 verändert. In diesem Artikel erfährst du alles zum Thema, wie du Berufsbetreuerin werden kannst – und, was du dafür tun musst.

Welche Dokumente und Qualifikationen benötige ich für eine erfolgreiche Bewerbung?

Mit dem im Januar 2023 in Kraft tretenden Betreuungsorganisationsgesetz (BtOG) müssen Betreuerinnen und Betreuer eine Registrierung beim Betreuungsgericht vorweisen und einen Sachkundenachweis erbringen. Je nachdem, wie lange du schon in dem Beruf arbeitest, müssen hier Unterscheidungen vorgenommen werden. Mehr dazu findest du in unserem Artikel „Der neue Sachkundenachweis für Berufsbetreuer*innen ab 2023“.

Das Registrierungsverfahren beginnt mit dem Antrag, der bei der örtlichen zuständigen Stammbehörde zu stellen ist. Die Stammbehörde ist die Behörde, in deren Zuständigkeitsbereich sich der Sitz des oder der Berufsbetreuer*in befindet oder errichtet werden soll. Der Sachkundenachweis bzw. Teile des Sachkundenachweises kann auf verschiedene Weisen erbracht werden, z.B. durch eine erfolgreich absolvierte Ausbildung oder ein Studium in einem relevanten Fachgebiet, durch bereits gesammelte berufliche Erfahrung in der Betreuung, oder durch einen speziellen Sachkundelehrgang.

Zusätzlich zu diesen Formalien sollten Betreuer*innen über eine hohe Fachkompetenz, Erfahrungen und Kenntnisse in den Bereichen Betreuungsrecht, Sozialrecht und Psychologie verfügen. Gute kommunikative Fähigkeiten und Empathie sind ebenfalls von entscheidender Bedeutung, um eine gute Beziehung zu den Betreuten aufzubauen und ihre Bedürfnisse angemessen zu berücksichtigen.

Wie und wo bewerbe ich mich als Berufsbetreuer*in?

Als Berufsbetreuer*in in Deutschland kannst du dich entweder bei einem Betreuungsverein bewerben, dich als selbstständige*r Betreuer*in niederlassen oder dich bei einem Betreuungsgericht bewerben :

Für eine Anstellung bei einem Betreuungsverein empfiehlt es sich, direkt bei den Vereinen in deiner Region anzufragen, ob aktuell offene Stellen zur Verfügung stehen. Natürlich kannst du dich auch auf Jobportalen (StepStone etc.) im Internet über offene Stellen informieren und dich direkt online bewerben.

Üblicherweise sind für die Bewerbung folgende Dokumente notwendig:

-          Registrierungsnachweis (mit Sachkundenachweis)

-          Polizeiliches Führungszeugnis

-          Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis

Wenn du als selbstständige*r Betreuer*in arbeiten möchtest und du darüber nachdenkst ein Betreuungsbüro zu eröffnen, solltest du dich zunächst über die Voraussetzungen und Anforderungen informieren. Dazu gehört unter anderem die Eintragung in das Betreuungsregister. Zudem musst du ein Gewerbe anmelden (weitere Infos dazu findest du in unserem Artikel „Berufsbetreuung als Gewerbe anmelden – So geht’s!“) und dich um die notwendige Versicherung (Betriebshaftpflichtversicherung) kümmern.

Fazit:

Aufgrund der Einführung des Betreuungsorganisationsgesetztes (BtOG) im Januar 2023 haben sich einige bürokratische Schritte geändert. Es ist wichtig, dass du dich vorab über die neuen Anforderungen informierst. Mit den richtigen Qualifikationen und einem empathischen Wesen steht deiner Karriere als Berufsbetreuer*in nichts im Weg.

Hat dir der Artikel weitergeholfen?

Bist du in der Betreuung tätig und möchtest dich mit Gleichgesinnten verbinden? Bei uns findest du eine offene Community, in der du dich austauschen und voneinander lernen kannst.

Jede Woche gibt es neues zu lesen und lernen!